TTC Wiesloch/Baiertal 1952 e.V.

50 Jahre TTC Wiesloch/Baiertal

Der TTC Wiesloch / Baiertal feierte 2002 sein 50-jähriges Bestehen. Anläßlich dieses freudigen Ereignisses fand am 26. April, also nur wenige Tage vor dem eigentlichen Tag des Jubiläums (dem 1. Mai 2002), in der TSG-Gaststätte eine große Festveranstaltung statt, bei der unser Verein von Vertretern der Stadt Wiesloch (durch die1. Bürgermeisterin Ursula Hänsch), des BTTV (durch den Präsidenten Herbert Ehrbar), des BSB (durch das Präsidiumsmitglied Gerhard Schäfer), und des Sportkreises Heidelberg (durch den Vorsitzenden Dietrich Ewert) geehrt wurde. Zahlreiche Mitglieder erlebten eine klasse Veranstaltung mit interessanten und amüsanten Ansprachen (auf die noch eingegangen wird), guter Bewirtung durch das Team der TSG-Gaststätte, und guter Musik durch die Band 84, in der unser Mitglied Reinhold Weisbrod seine Künste an der Lead-Gitarre demonstrierte.
 
 

Grußworte zum Jubiläum

Nach der Begrüßung durch unseren Ehrenvorsitzenden Richard Fischer übernahm die 1. Bürgermeisterin der Stadt Wiesloch, Ursula Hänsch, das Wort. Frau Hänsch gab ihrer großen Freude Ausdruck, da an diesem Abend sogar zwei festliche Anlässe zu begehen waren: zum einen natürlich das Jubiläum des TTC mit seiner beachtlichen Mitgliederzahl von ca. 150. Für den 1. Vorsitzenden, Herbert Wiedemann, hatte Frau Hänsch zu diesem Anlaß als Gastgeschenk eine Geldspende der Stadt Wiesloch im Gepäck, was uns natürlich sehr gefreut hat! Der andere erfreuliche Anlaß war eine hohe Ehrung für unser sehr verdientes Gründungs- und Ehrenmitglied Walter Maier, der am 1. Mai 1952 zusammen mit 8 anderen Männern und Frauen den TTC Wiesloch ins Leben gerufen hatte. Walter Maier, Jahrgang 1920, war von 1952 bis 1958 1. Vorsitzender und Jugendtrainer im Verein, und bis zum Jahr 2000 (also sehr erstaunliche 48 Jahre!) weiterhin als Jugendtrainer tätig, und begeisterte so ganze Generationen von Jugendlichen im Verein für den Tischtennissport.

Frau Hänsch betonte die besondere Bedeutung des Ehrenamtes in der heutigen Zeit und die Vorbildfunktion, die Menschen wie Walter Maier durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Zu seinen zahlreichen Ehrungen (Ehrennadeln des DTTB und des TTC sowie die Ehrenmitgliedschaft des TTC, siehe auch hier) erhielt Walter Maier aus der Hand von Frau Hänsch danach vom Ministerpräsidenten Erwin Teufel die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. Mit den Glückwünschen des Stadt Wiesloch und des Oberbürgermeisters schloß Frau Hänsch.

Der Präsident des BTTV, Herbert Ehrbar, überbrachte in seinem anschließenden Grußwort die besten Wünsche und Grüße des BTTV für einen "lebendigen, erfolgreichen, und rührigen" TTC, der sein 50-jähriges Jubiläum feiert. Er brachte seine Wertschätzung sowohl für die sportlichen Leistungen als auch für die gesellschaftliche Verbundenheit des Vereins zum Ausdruck. Als besondere Leistungen hob Herr Ehrbar die Ausrichtung der deutschen Meisterschaften, der Süddeutschen Meisterschaften, sowie von Ländervergleichskämpfen hervor, was - insbesondere angesichts der relativ kleinen Größe des Vereins - seine Anerkennung und Bewunderung hervorrief.

Das familiäre Miteinander ziehe sich als roter Faden durch die Geschichte des Vereins, so Herr Ehrbar, und ermögliche so ein Bestehen auch in schwierigen Zeiten. Gemeinschaft und Freude am Spiel sind wichtiger als Geld, denn wohin die Abhängigkeit davon führen kann, zeigen die aktuellen Entwicklungen und Sportinsolvenzen. Den TTC bezeichnete er als eine der Stützen des Verbandes, und das nicht nur in sportlicher Hinsicht.

Auch er betonte die Bedeutung des Ehrenamtes, und machte dies an zwei besonders verdienten Mitgliedern des TTC deutlich:

  • Adolf Werhan, der ab 1961 1. Vorsitzender des TTC war, und später Vorsitzender des BTTV wurde. Die Ausrichtung großer nationaler und internationaler Turnier fiel in seine Amtszeit.
  • Dietrich Ewert, der im TTC bereits zahlreiche Vorstandsämter (unter anderem das Amt des 1. Vorsitzenden) innehatte (und hat - derzeit als Kassenwart), und darüber hinaus als Vorsitzender des Kreises Heidelberg und in zahlreichen anderen Ämtern und Funktionen tätig ist.
Auch Herr Ehrbar überbrachte eine Geldspende des BTTV, und schloß dann mit den besten Wünschen für die Zukunft des TTC seine Ausführungen.

An dieser Stelle wurde unser verdientes Mitglied und langjähriger Jugendwart Fritz Wieland von Dietrich Ewert für seine hervorragenden Verdienste um die Förderung des Tischtennissports mit der Silbernen Ehrennadel des BTTV ausgezeichnet. Fritz machte sich nicht nur innerhalb des TTC, sondern auch auf Kreis- und Verbandsebene einen ausgezeichneten Namen durch seine Tätigkeit zur Förderung des Nachwuchses.

Anschließend übernahm Gerhard Schäfer, Präsidiumsmitglied des BSB und Sportkreisvorsitzender, das Wort. Er überbrachte die herzlichen Grüße des BSB und des Sportkreises Heidelberg zu unserem Jubiläum. Auch Gerhard Schäfer griff das Thema "Ehrenamt" auf und betonte, daß er eigentlich keine Krise beim Ehrenamt an sich sieht, wohl aber bei solchen Positionen, die Führungsaufgaben und Verantwortung beinhalten. Hier sei es schwierig, Sportkameraden zu finden, die solche Ämter bekleiden wollen. Dietrich Ewert wurde als vorbildliches Beispiel hervorgehoben, da er in verschiedenen Vereinen und Organisationen ehrenamtlich tätig ist, dabei vielfach in leitenden Positionen.

Unser 1. Vorsitzender Herbert Wiedemann konnte dann von Herrn Schäfer die Ehrenurkunde des BSB zum 50-jährigen Jubiläum sowie eine Geldspende von 150 Euro für den Verein entgegen nehmen.

Den Reigen der Grußworte schloß an diesem Abend der Kreisvorsitzende Dietrich Ewert ab. [hier fehlen noch die Infos]. Abschließend übergab Dietrich Ewert 2 Tischtennis-Netze an unseren 1. Vorsitzenden. Das ist natürlich ein sehr willkommenes Geschenk, da die Situation des Vereines beim Material generell etwas angespannt ist. Zusammen mit den zahlreichen großzügigen Geldspenden sollten wir jetzt aber in der Lage sein, für die Gerbersruhhalle neue Tische anzuschaffen, und so für Entlastung zu sorgen!
 
 

Die Festrede zum Jubiläum

Die Festrede zum Jubiläum hielt unser Ehrenvorsitzender Richard Fischer. Freundlicherweise hat er sein Manuskript zur Verfügung gestellt, so daß hier der vollständige Text abgedruckt werden kann:

Sehr geehrte Gäste, liebe Vereinsmitglieder,

man hat mir zweierlei gesagt: schwelge nicht zu sehr in Erinnerungen, und denke an das Buffet.

Ich werde versuchen, mich daran zu halten. Ich muß also Mut zur Lücke haben und bitte schon jetzt um Nachsicht, falls das eine oder andere nicht erwähnt wird, was der Erwähnung wert gewesen wäre.

Einen Schwerpunkt möchte ich aber unbedingt setzen. Ich möchte versuchen, Euch die Zeit und die Umstände näher zu bringen, in denen unser Verein gegründet wurde. Wie ich aus Gesprächen weiß, haben unsere jungen und auch die nicht mehr ganz jungen Mitglieder kein rechtes Bild der damaligen Zeit. Diese Zeit näher zu bringen kann mir nur gelingen, wenn Ihr bereit seid, meine Worte mit Eurer Phantasie und Vorstellungskraft zu begleiten. Ihr solltet etwas von dieser Zeit wissen! Denn zur Identifizierung mit einer Gemeinschaft, sei es auf der Ebene eines Vereins, einer Gemeinde, eines Landes, oder gar eines ganzen Kulturkreises, gehört gemeinsames Wissen.

Mai 1952:

Das waren genau 7 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, in dem Millionen Menschen umkamen. Viele deutsche Städte waren so zerstört worde, daß sich viele Menschen einen Wiederaufbau nicht vorstellen konnten, und ernsthaft überlegt wurde, ob, falls überhaupt möglich, die Städte an anderer Stelle, abseits der Trümmerberge aufzubauen wären.

1952 sah es, wie durch ein Wunder, schon ganz anders aus. In den Gesichtern der Menschen sah man wieder Hoffnung - man hatte überlebt. Es ging aufwärts. Es gab genug zu essen. Für das neue Geld konnte man auch etwas kaufen. Die Arbeitslosigkeit ging zurück. Keine falschen Vorstellungen: müßten wir heute zu den damaligen Bedingungen leben, würden wir das als unzumutbar und bedrückend empfinden. Ich möchte nur auf die Wohnraumsituation hinweisen. Nicht nur, daß die damaligen Wohnungen im Schnitt viel kleiner waren - die wenigsten hatten zum Beispiel ein Bad. Im Laufe des Krieges mußten ja auch die Ausgebombten untergebracht werden, und dann kam 1945 das Herr der Heimatvertriebenen. Innerhalb weniger Monate stieg die Einwohnerzahl Wieslochs nochmal von 8145 auf 10564 an. Durch die notwendigen Zwangseinquartierungen und der drangvollen Enge waren Reibereien und Mißstimungen an der Tagesordnung. "Flüchtling" war bei vielen Einheimischen zumindest mit einem negativen Unterton belegt.

Was hat das mit unserem Verein zu tun? Es hat! Es gab nämlich auch Menschen, Häuser, in denen man mit Verständnis für die Nöte des Anderen aufeinander zuging. Ein solches Haus war die Hesselgasse 26. Es sollte eine prägnante Keimzelle unsers Vereins werden. Der neue Lebensmut weckte auch die Lust am Spiel, zur sportlichen Betätigung.

Im kleinen Innenhof der erwähnten Hesselgasse 26 hörte man "Ping-Pong", "Ping-Pong". Man spielte Ping-Pong, nicht Tischtennis. Wer? Das Ehepaar
Maier und einquartierte Flüchtling Franz Keller. Das "Ping-Pong" zog Neugierige an - man wollte auch mal. Und man wollte immer öfter. Man war der Faszination des kleinen weißen, eigenwilligen Balles erlegen. Jetzt wollte man es richtig wissen.

Am 1. Mai 1952 trafen sich acht Männer und eine Frau in Altwiesloch "Zur Rose" zur Gründungsversammlung des TTC Grün-Weiß Wiesloch. Man beachte, eine Frau war auch dabei. In der Folge stießen nicht nur Männer, sonder auch Frauen zum Verein. Schon nach einem Jahr nahm eine Damenmannschaft an den Wettkänpfen teil. Die Damen trainierten und spielten allerdings nicht im gleichen Spiellokal wie die Herren. Ich komme noch darauf zurück.

Jetzt erstmal zum Thema Damen. Wir hatten also immer Damenmannschafften. Und in der Mehrzahl der Jahre - und auch heute ist es so - spielten und spielen unsere Damen in höheren Klassen als die Männer (ich will was hören!). Die beste Platzierung, die je eine Mannschaft eines Vereins erreichte, war unsere 1. Damenmannschaft. In der höchsten Spielklasse - das war damals die Süddeutsche Oberliga - wurden sie Vizemeister. Es freut mich, daß unsere damalige Spitzenspielerin unter uns ist: Heide Hummel.

Zurück zu der Frage: warum spielten die Damen nicht mit den Herren zusammen? Einfache Antwort: Aus Platzgründen. Die Hauptsorge der ersten Jahre bestand darin, ein Spiellokal zu finden. Ob man in der "Rose" mehr als einen Tisch stellen konnte, weiß ich nicht. Aber danach, im "Adler", konnte eine Platte aufgestellt werden und eine zweite nur so, daß darauf lediglich Schupfbälle trainiert werden konnten. Das wäre vielleicht gar kein übles Training für unsere "Jungen Wilden" ?! Im "Cafe Neumeister" stand eine Platte, die dem Inhaber gehörte, und darauf spielten unsere Damen. Und warum spielten nicht alle zusammen in der Turnhalle? In Wiesloch gab es nur eine Turnhalle, die kleine Halle an der Gerbersruhschule (nicht mit dem jetzigen Neubau zu verwechseln). Und da kamen wir nicht rein. Natürlich nicht!

Die genannten Lokae standen auch nur begrenzt zur Verfügung. Jede Minute der knapp bemessenen Zeit wurde ausgenutzt. Um die kostbare Trainingszeit gerecht zu verteilen, wurde ein Wecker aufgestellt. Wenn es mal Streit gab, dann weil jeder an die Platte wollte. Mit den Wirten mußte der Strom abgerechnet werden. Die überlegten wahrscheinlich auch, was vom TTC verzehrt wurde. Aber TT-Spieler sind nun mal keine Kegler. In der kalten Jahreszeit brachte man Holz und Briketts mit, um nicht auch noch die Heizkosten abrechnen zu müssen (keine Zentralheizung!). Daran muß ich manchmal denken, wenn heute unsere Warmduscher maulen, das Wasser sei nicht richtig temperiert.

Und die Beiträge? Jeder, ob Erwachsener oder Jugendliche, mußte pro Woche 50 Pfennige bezahlen. Für die Fahrt zu den Punktspielen mußte auch jeder die Straßenbahn selbst bezahlen. Straßenbahn? Ja, man wollte ja nicht immer mit dem Fahrrad fahren. Wie? Was? Im ganzen Verein gab es niemanden, der ein Auto besaß. Stellt Euch das bitte illustriert vor! Es stimmt nicht ganz. Einer hatte ein Auto, das er gewerblich verlieh. Hin und wieder machte man davon Gebrauch - gegen Bezahlung. Es war ein Zweisitzer mit zwei Notsitzen. Was war wohl die größere sportliche Leistung, das Punktspiel oder die Fahrt zu sechst in dem Zweisitzer?

Eine Fabrikarbeiterin verdiente damals bestenfalls 1 DM, ein Arbeiter jedenfalls unter 2 DM pro Stunde. Das Geld war knapp. Kaum konnte was gespart werden. DEr Lebenserhalt konnte gerade bestritten werden. Ein TT-Ball kostete 30 Pfennige. Wir Jugendlichen erlaubten uns nicht, einen leicht beschädigten Ball wegzuwerfen. Mit Pinsel und Aceton wurde ein kleiner Riß wieder zugekleistert. Zum Training war der Ball immer noch gut.

Beitrag 50 Pfennige die Woche! Man braucht kein Rechenkünstler zu sein um zu erkennen, daß der Beitrag, den man damals zu zahlen gewillt war, erheblich über dem heutigen liegt.

Bevor nun die erste Punktspielrunde begann, bemühte man sich um freundschaftliche Vergleichsspiele. Das erste Freundschaftsspiel wurde mit einer Mannschaft der Berufsfeuerwehr Mannheim ausgetragen. Mit 16:0 gab es eins auf die Mütze. Auf unsere Mütze! Zu Null deshalb, weil man nicht einfach aufhören wollte, wenn das Spiel entschieden war. So sah das also auch nach einigem Training mit der Spielstärke aus. Auch die Ausgaben für einen Trainer wollte man nicht länger scheuen.

Freundschaftsspiele wurden in den kommenden Jahren gute Tradition, die man, so meine ich, wieder beleben sollte. Man spielte gegen Pforzheim, Berlin, Warendorf, Stuttgart, Basel und Zürich. Ich spielte damals bei Blau-Weiß Zürich. Als ich dann mein Herz in Heidelberg verlor, bei welchem Verein bin ich dann gelandet? Einen ganz besonderen Platz haben die freundschaftlichen Bande zu unseren Sportkameraden aus Fontenay aux Roses. Laßt uns das unsere dazu beitragen, daß die Fontaine immer genug Wasser hat!

1955 bekamen wir den Sonntagvormittag in der städtischen Turnhalle zugewiesen. Ein Jahr später auch dem Samstagnachmittag. Das schuf neue Möglichkeiten. Sofort wurde ein Turnier veranstaltet. Coca-Cola stellte Lautsprecheranlage und die Umrandungen. Natürlich sollte dafür Coca-Cola verkauft werden. Von da an verkaufte Walter Maier bis zu seinem 80sten Lebensjahr auch im Training Coca-Cola. Der Gewinn kam stets den Jugendkassen zugute. Jetzt wißt Ihr mal, warum der Walter immer Cola ins Training geschleppt hat.

Ja, die Turniere. Sie trugen zur Finanzierung des Trainers bei. Man wollte den sportlichen Erfolg. Tatsächlich schaffte man den Aufstieg in die Bezirksklasse Heidelberg-Sinsheim. Da war für einige Jahre Endstation. Außer bei den Damen. Es wurde aber eine intensive Jugendarbeit betrieben, die bald Früchte trug. Viele Jahre haten wir bei den Kreismeisterschaften die erfolgreichste Jugendabteilung.

Den ersten überregionalen Erfolg hatte unser heutiger Kreisfachwart Dietrich Ewert. Er wurde 1956 bei der Jugend Badischer Vizemeister. Und die Mädchen! Sie wurden immer besser. Aus den Mädchen wurden junge Damen, die 1963 in die Süddeutsche Oberliga aufstiegen.

1963 bekamen wir erstmals einen Vorsitzenden, der selbst nicht oder kaum TT spielte. Sein Ehrgeiz galt anderen Zielen. Adolf Werhan hatte gute Verbindungen zum DTTB, Organisationstalent, und verstand es vor allem, unsere Mitglieder für seine Pläne zu motivieren.

Es folgten 3 Jahre, in denen sich unser Verein einen Namen als Ausrichte großer Turniere machte. Die wichtigsten seien hier genannt:
 

  • 33. Nationale Deutsche Meisterschaft
  • 18. Deutsche Jugendmeisterschaft
  • Endranglistenturnier des DTTB
  • Länderspiel Deutschland - Japan mit den Weltmeistern der Herren und Damen
  • Süddeutsche Meisterschaften
  • Internationale Deutsche Meisterschaften
Und unser jährliches Vereinsturnier mit hochkarätiger Beteiligung.

Obwohl Meisterschaften immer Verbandsangelegenheit sind, machte doch unser Verein die ganze Arbeit mehr oder weniger alleine.

Das erwarb nicht nur unserem Verein Anerkennung. Innerhalb von 2 Jahren wurde Adolf Werhan erst Sportwart und dann erster Vorsitzender des BTTV.
Damit hatte er ein - so finde ich - legitimes Ziel erreicht.

Aber wie das so oft bei Bäumen mit weiter Krone ist, in ihrem Schatten ist die Vegetation nicht so üppig. Als er nach Karlsruhe umzog, wollte niemand sein Nachfolger werden. Widerstrebend hing er noch ein Jahr dran, kandidierte sogar nochmals. Doch eine hauchdünne Mehrheit wollte nun doch einen anderen Vorsitzenden. Das alles war nicht klug gemacht, und die aus gekränkter Eitelkeit folgenden Querelen führten zur Spaltung des Vereins. Die TTF 68 Wiesloch enstand. Der ganze Hick-Hack zermürbte letztlich auch unsere Vorstandschzaft. Bei Neuwahlen standen dann nur Leute zur Verfügung, die sich erst einarbeiten mußten.

Diese machten sich zur Aufgabe, erst einmal Ruhe in den Verein zu bringen und nicht die vielen Aktivitäten fortzusetzen, die jedoch bei den Mitgliedern zum Selstverständnis unseres Vereins geworden waren. Es standen aber nun alle hinter der neuen Vorstandschaft.

Zum sportlichen Erfolg gehört auch Glück. Die erste Herrenmannschaft wurde in der Landesliga Fünfter. Das berechtigte zum Aufstieg in die neugegründete Badenliga - grade noch! Was nun? Bloß nicht wieder gleich absteigen! Es gelang schließlich, einen Trainer zu gewinnen, der nicht nur ein Spitzenspieler war, sondern der sich wirklich Mühe gab, die Spielstärke unserer Leute zu verbessern. Und die zogen mit! Wieder Glück gehabt. Dann trat unser Trainer dem Verein bei. Er spielt heute noch in unserer Ersten: Volker Hällfritzsch. Die merklichen Leistungssteigerungen sprachen sich rum. So trat ein Jugend- und ein Schülerspieler unserem Verein bei, nämlich die Brüder Loss, die schon bald unsere Herrenmannschaft so verstärkten, daß sie nach und nach in die zweithöchste deutsche Spielklasse aufstieg. 5 Jahre konnten wir uns dort festsetzen, obwohl es auch schon damals üblich war, Spieler einzukaufen, und wir nur den Aufwand vergüten konnten, und auch das nur in etwa. Es ist mir eine Freude, die Mitglieder der damaligen Mannschaft begrüßen zu dürfen!

Wir sind stolz auf die damaligen Erfolge. Heute sind solche Erfolge ohne Engagement vermögender Sponsoren nicht möglich. Es sollte in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß der Spielbetrieb in den hohen Klassen nie ein finanzielles Abenteuer wurde. Darauf hatte das Tandem Kassenwart Dietrich Ewert und 1. Vorsitzender, das war ich damals, stets geachtet. Es war eine gute Übung, daß Vorsitzender und Kassenwart in Geldfragen nie gegeneinander stimmten. Auch unter dem folgenden Vorsitzenden Volker Hällfritzsch konnte sich die Mannschaft durch Werbeeinnahmen selbst finanzieren. Das reichte allerdings auch nur zur Kostenerstattung. Auf Dauer wurde die Höhenluft aber doch zu dünn für uns.

Wir haben aber auch heute keinen Grund, und zu verstecken. Zwar spielen wir nicht mehr in so hohen Klassen, bieten aber vielen TT-Sportlern die Möglichkeit, unseren Sport auszuüben. Wir haben 8 Herrenmannschaften, 3 Damenmannschaften, und 6 Jugend- und Schülermannschaften. Das wurde nicht zuletzt dadurch möglich, daß der TTC Wiesloch und der TTC Baiertal es für richtig hielten, zu fusionieren. Am 22.2.1983 wurde der TTC Wiesloch/Baiertal in das Vereinsregister eingetragen. Die erhofften Effekte sind, das muß zugegeben werden, nur z. T. eingetreten. Trotzdem war dieser Schritt - nach meiner Überzeugung - richtig.

Die Auftecherhaltung des Spielbetriebs ist auch für unseren Verein eine ständig zu bewältigende Aufgabe. Sie besteht im wesentlichen aus zwei Bereichen:

  1. Organisation des Spielbetriebs
  2. Finanzierung des Spielbetriebs
Die Organisation des Spielbetriebs ist wirklich mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Ich möchte nur einmal die Organisation der Jugendfahrten erwähnen. Ich danke an dieser Stelle allen, die ehrenamtliche Verantwortung übernehmen und allen, die sie dabei unterstützen. Die Unterstützung sollte mindestens darin bestehen, daß geleistete Arbeit anerkannt wird und nicht nach dem Haar in der Suppe gefischt wird.

Bedenkt doch bitte: wenn jemand nach Feierabend Zeit für ein Ehrenamt aufbringt, dann erwartet er, daß dies anerkannt wird. Wenn statt zu helfen dann genörgelt wird, würde wohl jeder einen dicken Hals bekommen. Warum werfen denn Ehrenamtliche nicht selten von jetzt auf nachher den Bettel hin? Bei uns hält sich diese Krankheit glücklicherweise in Grenzen. Etwas mehr Lob für unsere Ehrenamtlichen wäre dennoch zu wünschen. Und helft ihnen!

Auch die Finanzierung des Spielbetriebs muß erst einmal gesichert sein. Wer weiß denn, was allein die Meldegebühr für eine Mannschzaft kostet? Ich sag es mal in DM. Rund 200.--. Für Hallengebühren zahlen wir rund 3.500.-- DM. Dabei müssen wir den Bürgern dieser Stadt und ihren Repräsentanten dankbar sein, daß wir nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten bezahlen müssen und uns ausreichend Hallenzeiten zur Verfügung stehen. Denkt mal bitte zurück!

Am Ende einer solchen Rede steht der Ausblick. Nach gängiger Regel soll er die Zukunft in schönen Farben malen. Die Wahrheit ist, daß niemand die Zukunft sehen kann. Und so laßt uns doch lieber die unmittelbar vor uns liegenden Aufgaben anpacken. Dazu zähle ich eine Verbesserung des Jugendtrainings, sprich den Verantwortlichen mehr zu helfen. Und alle, wirklich alle Mitglieder, müssen sich der nicht geringen Aufgabe bewußt sein, beizutragen daß es Spaß macht, in unserem Verein Sport zu treiben.

Stichwort Spaß: Der wichtigste zum Schluß: Das Buffet ist eröffnet!
 
 
 

Der Zeitungsartikel in der RNZ

Lebendiger, rühriger und erfolgreicher Verein

  Der Tischtennisclub Wiesloch/Baiertal feierte sein 50. Jubiläum
 Ehrennadel des Landes für Gründungsmitglied Walter Maier

 
 
 
 
 
 
Große Ehre für Walter Maier, 4. v. l.: Dem Gründungsmitglied des TTC Wiesloch/Baiertal wurde die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg überreicht. Fritz Wieland, 2. v. r., erhielt die silberne Ehrennadel des Badischen Tischtennis-Verbandes.
(Foto: Pfeifer)  


Wiesloch/Baiertal. (M.R.) Die Hesselgasse 26 in Wiesloch - das ist der Geburtsort des TTC Wiesloch/Baiertal, der in diesen Tagen sein 50. Vereinsjubiläum feiern konnte. Im Frühjahr 1952 spielten dort im Innenhof das Ehepaar Maier und der einquartierte Flüchtling Franz Keller Tischtennis, oder genauer gesagt "Ping- Pong", wie man es damals noch nannte. Das "Ping-Pong" zog Neugierige an, und immer mehr Leute wollten es probieren. So trafen sich am 1. Mai 1952 acht Männer und eine Frau im Altwieslocher Lokal "Zur Rose" zur Gründungsversammlung des TTC Grün-Weiß Wiesloch.
 
Schnell ging es mit dem Verein aufwärts. Der heutige Kreisfachwart Dietrich Ewert wurde 1956 badischer Vizemeister bei der Jugend. Die Damenmannschaft stieg bis in die höchste deutsche Spielklasse - damals die süddeutsche Oberliga - auf, auch die Herren schafften später den Sprung in die zweithöchste Klasse.
 
Unter Adolf Werhan entwickelte sich der Verein ab 1963, nun TTC Weinstadt Wiesloch heißend, rasant und machte national und sogar international auf sich aufmerksam. Es wurde ein Länderspiel gegen die Weltmeister aus Japan durchgeführt, außerdem internationale und nationale deutsche Meisterschaften, ein Endranglistenturnier des Deutschen Tischtennis-Bundes und süddeutsche Meisterschaften. Als Werhan den Verein verließ, gab es
 Krach, der sogar zur Spaltung des Vereins führte. Fortan gab es einen weiteren Tischtennisverein in Wiesloch, die TTF 68 Wiesloch. Unabhängig davon gab es seit 1967 den TTC Baiertal - und mit diesem fusionierte der TTC Weinstadt 1983 zum heutigen TTC Wiesloch/Baiertal. Erster Vorsitzender wurde der Baiertaler Gerhard Knopf, der schon einmal die Geschicke des TTC Weinstadt gelenkt hatte.
 
Zur Jubiläumsfeier in der TSG-Gaststätte kamen zahlreiche Gratulanten. Erster Bürgermeisterin Ursula Hänsch war es eine besondere Freude, nicht nur dem Verein zu gratulieren, sondern auch eine besondere Ehrung vorzunehmen. Dem Gründungs- und Ehrenmitglied Walter Maier überreichte sie im Auftrag des Ministerpräsidenten Erwin Teufel die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Der 82-jährige ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied und war von 1952 bis 1958 erster Vorsitzender und insgesamt 48 Jahre als Jugendtrainer und Betreuer tätig. Herbert Ehrbar, Präsident des Badischen Tischtennis-Verbandes, bezeichnete den TTC als eine der Stützen des Verbandes und übergab dem ersten Vorsitzenden, Herbert Wiedemann, eine Geldspende. Gerhard Schäfer überbrachte die Glückwünsche des Badischen Sportbundes und des Sportkreises Heidelberg und überreichte eine Ehrenurkunde sowie einen Geldbetrag. TTC-Mitglied Dietrich Ewert überreichte in seiner Funktion als Kreisfachwart Fritz Wieland für dessen hervorragende Verdienste bei der Förderung des Nachwuchses im Verein sowie auf Kreis- und Verbandsebene die silberne Ehrennadel des Badischen Tischtennis-Verbandes.
 
In einer launigen Festansprache blickte Ehrenvorsitzender Richard Fischer auf die Vereinsgeschichte zurück und wagte einen Blick in die hoffentlich positive Zukunft. Alle Mitglieder müssten sich der nicht geringen Aufgabe bewusst sein, dazu beizutragen, dass es Spaß macht, im TTC Wiesloch/Baiertal Sport zu treiben. Hierzu zählte er vor allem eine Verbesserung des Jugendtrainings.
 
 

Zusammenstellung: Matthias Laux 2002

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